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Einfach nur geil… DJI FPV Review

In den letzten Wochen habe ich die neue DJI FPV Drohne ausgiebig getestet. Warum diese Drohne mein absolutes Lieblingsspielzeug geworden ist und ob sie auch was für euch sein könnte, das erfahrt ihr im folgenden Video! Das schriftliche Review findet ihr darunter.

Zunächst mal eine kurze Einführung zu FPV Drohnen generell, für die Leute, die das noch nicht wissen. FPV steht für First Person View, also die Sicht aus der ersten Person heraus. Warum heißt das so? Nun ja, bei FPV Drohnen zieht man sich zum steuern standardmäßig eine Videobrille auf, die das Bildsignal der an der Drohne befestigten Kamera im Live-Bild überträgt. Man sieht also quasi aus der Drohne heraus und steuert diese, als würde man in der Drohne sitzen.

Und das ist auch schon der erste Punkt, was FPV so geil macht. Man fühlt sich eben einfach, als würde man fliegen. Man sieht diese riesige Live-Übertragung des Drohnenbilds vor sich und steuert die Drohne darüber. Das ist wirklich was ganz anderes als so eine Drohne wie die Mavic oder die brandneue DJI Air 2s über eine Fernsteuerung mit Handy zu steuern.

Die Herkunft von FPV Drohnen

Zur Brille und der Qualität der Übertragung gleich mehr. Als erstes noch kurz was über die Herkunft von FPV Drohnen. Traditionell werden die nämlich selbst zusammen gestellt und gebaut. Dabei müssen die passenden Motoren mit einem electronic speed controller, der wiederum mit einem Flightcontroller, der wiederum mit Videotransmitter, der wiederum mit der Kamera verbunden ist usw. zusammen gebaut werden. Vieles davon muss man dann auch zusammen löten und ihr könnt euch ja schon vorstellen, dass das eine relativ große Einstiegshürde ist. Warum also gab es bisher jetzt noch kein fertig-Produkt?

Ursprünglich kommen FPV Drohnen aus der Racing Szene. Die Dinger wurden also speziell dazu gebaut sehr schnell zu fliegen und möglichst wendig zu sein und dabei eine geringe Latenz zu haben, damit man eben möglichst schnell auf Hindernisse reagieren kann. Ihr könnt euch ja vorstellen, dass da trotzdem der ein oder andere Fehler passiert und man seine Drohne irgendwo reincrasht.

Und genau deshalb hat man sich die Drohnen bisher auch selbst zusammen gebaut. Im Falle eine Unfalls kann man so eben ganze einfach einzelne Teile austauschen und muss nicht gleich die ganze Drohne ersetzen. So, jetzt hat DJI also trotzdem eine Fertig-Drohne rausgebracht, mit der ihr losfliegen könnt, sobald die Akkus geladen sind. Wie gut das funktioniert und warum man sich hier nicht so große Sorgen machen muss, dass sie so schnell kaputt geht wie “normale” FPV Drohnen, das schauen wir uns jetzt mal genauer an.

Gehäuse und Flugeigenschaften der DJI FPV

Von außen sieht man schon die ersten Unterschiede zu den anderen Drohnen von DJI. Man muss die Drohne eigentlich so leicht schräg nach vorne gelehnt halten, damit man die Drohne au dem richtigen Winkel sieht. Da sieht man schon, dass das Ding auf Geschwindigkeit getrimmt ist.

Bis zu 140km/h schafft die Drohne im voll-manuellen Modus. Und das schafft die auch wirklich. Ich hab es ausprobiert.

Neben dem voll manuellen Modus, der in der FPV-Welt auch Acro Mode genannt wird, gibt es außerdem noch zwei “normale” Flugmodi, die man von den typischen DJI Drohnen kennt. Einmal der N Modus, in dem ihr mit bis zu 50km/h unterwegs seid und zum anderen der “S” oder Sport Modus, mit dem ihr bis zu 100km/h schafft.

Die Sensoren

Sensoren hat die DJI FPV auch, was eigentlich eher untypisch für FPV Drohnen ist. Die zwei nach vorne gerichteten Sensoren funktionieren auch nur im langsamsten “N” Flugmodus. Nach unten hin gibt es nochmal zwei Abstandssensoren und zwei Time-of-flight sensoren, die dafür sorgen, dass ihr im normalen und im Sportmodus auf der Stelle hovern und den Abstand zum Boden halten könnt. Im manuellen Modus sind übrigens ausnahmslos alle Sensoren abgeschaltet.

 Die Sensoren sind quasi der erste Faktor, der dafür sorgt, dass ihr die Drohne zumindest im normalen und im Sport modus eher schwer crashen könnt. Der zweite Faktor findet sich im Controller.

Der Controller

Der Controller sieht irgendwie mehr aus wie der von einer Spielekonsole als von einer Drohne. Natürlich könnt ihr hier euer Handy NICHT wie bei anderen Drohnen von DJI unterbringen, denn dafür gibt es ja extra die Brille. Die Steuerknüppelchen lassen sich abdrehen und im inneren des Controllers für den Transport verstauen. Die Steuerknüppel könnt ihr übrigens auch von der Kraft, mit der ihr sie bewegen müsst und ob sie sich selbstständig zentrieren können einstellen. Dafür muss man nur die Abdeckung unten am Controller wegklappen und dann mit nem Schraubenzieher den jeweiligen Stick anpassen. Gerade wenn ihr im manuellen Modus fliegen wollt, ist das ein Muss. Da muss darf sich der linke Hebel nämlich nicht automatisch zentrieren und das kann man eben damit anpassen. Das dumme ist nur, dass der Hebel sich dann im normalen und im Sportmodus auch nicht mehr zentriert und ihr deshalb schon mehr aufpassen müsst, dass die Drohne nicht von selbst immer weiter nach unten sinkt, weil der Hebel eben nicht genau in der mitte zentriert ist.

Die große Antenne vorne kann man für den Transport nach unten klappen.

Eine sehr hilfreiche Funktion findet sich oben links auf dem Controller. Da ist nämlich ein Stopp oder auch Pause Button integriert. Wenn ihr den drückt, unterbricht die Drohne ihr aktuelles Flugmanöver sofort und bleibt auf der Stelle stehen, bis ihr die Steuerung wieder aktiv übernehmt. Ihr könnt da also selbst im manuellen Modus gerade kopfüber einen Abhang runterfallen. Wenn ihr den Pause Knopf drückt, fängt sich die Drohne vollautomatisch und bleibt stehen. Das nenne ich mal eine coole und sinnvolle Funktion in einer FPV Drohne.

Der manuelle Flugmodus und die Hürden, die man nehmen muss…

Bis ihr aber im komplett manuellen Modus fliegen könnt, müsst ihr ganz schön viele Dinge an der Drohne umstellen. DJI hat da nämlich mehrere Hürden eingebaut, damit man nicht sofort im manuellen Modus abstürzt.

Zuerst einmal wird euch von DJI und hier auch von meiner Stelle ans Herz gelegt, den freien FPV Modus, oder auch Acro Mode, im Simulator auszuprobieren. Den hat DJI gleichzeitig mit der Drohne rausgebracht und ist leider bisher nur auf iOS verfügbar. Da funktioniert er aber ziemlich gut und vermittelt einen relativ guten Eindruck. Ihr könnt da ganz einfach den Controller und die Brille anschließen und dann in der virtuellen Welt losfliegen. Sehr praktisch.

Auf die erste Hürde, wenn man dann in der echten Welt im manuellen Modus fliegen will, stößt man, wenn man am Controller auf den manuellen Modus schaltet. Da gibt es oben links so einen Kippschalter, mit dem man zwischen dem normalen Flugmodus mit Hinderniserkennung, dem schnelleren Sportmodus und eben dem komplett manuellen Modus hin und herschalten kann. Wenn ihr aber gleich am Anfang auf den manuellen Modus schaltet, passiert erstmal gar nichts. Den Modus muss man nämlich noch extra in den Einstellungen in der Brille aktivieren.

Ihr werdet dann in der Brille auch gleich dazu aufgefordert euren linken Steuerknüppel loszuschrauben. Das habe ich ja vorhin schon erklärt. Das ist aber noch nicht alles. Zwar könnt ihr jetzt im manuellen Modus fliegen, allerdings ist dieser manuelle Modus noch ziemlich abgeschwächt. Standardmäßig ist da nämlich eine Sperre für den Flugwinkel drin, damit ihr euch nicht aus versehen überschlagen könnt. Das ist dann die nächste und letzte Hürde, die man entsperren muss. Wenn ihr das gemacht habt, habt ihr die letzte Hürde geschafft und seid jetzt endlich im richtigen manuellen Modus. Und… omg ist der geil.

Im manuellen Modus passt sich die Kamera im Gegensatz zum normalen und Sportmodus dann nicht mehr automatisch an eure Geschwindigkeit und damit an die Neigung der Drohne an, sondern bleibt an der gleichen Stelle. Das bedeutet, je schneller ihr fliegen wollt und je weiter sich die Drohne dann nach vorne neigt, desto tiefer sinkt in dem Moment auch die Kamera nach unten. Und weil die Kamera der DJI FPV anders als bei den anderen Drohnen des Herstellers auch nicht an einem drei-Achsen Gimbal sondern an einem 1 Achsen Gimbal hängt, habt ihr natürlich auch die Neigung nach links und rechts in der Kameraaufnahme mit drin. Das fühlt sich einfach unglaublich geil an und eben echt so, als würdet ihr fliegen.

Bis zu 140km/h schafft die DJI FPV im voll manuellen Modus. Und natürlich sind euch da auch für alle möglichen Flugmanöver keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt Loopings machen, Schrauben drehen und euch im Sturzflug nach unten fallen lassen. Da gehört dann natürlich auf jeden Fall ein bisschen Übung dazu, ich war bei mir aber überrascht, wie schnell man aber auch im manuellen Modus coole Ergebnisse erzielen. Überwinden muss man sich aber natürlich trotzdem, wenn man mit einer 1300 Euro teuren Drohne im Sturzflug auf den Erdboden zurast. 

Die Brille

Die Brille überträgt diese Flugmanöver in wirklich überragender Qualität. Ich hatte bisher zwar noch nie eine andere FPV Brille auf, war aber schon die ein oder andere VR-Brille gewohnt, die ja doch immer noch relativ pixelig sind. Die Videobrille bei dieser Drohne ist natürlich keine VR-Brille und bewegt das Bild dementsprechend auch nicht mit eurer Kopfbewegung mit. Dafür ist das Bild, das ihr seht, wirklich sehr hochauflösend, sodass man sogar die meisten kleinen Äste noch gut erkennen kann.

Die Kamera

Die Kamera nimmt  all eure Flugmanöver in 4k mit bis zu 60fps oder in 1080p mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde auf.

Leider, und es schmerzt mich das zu sagen, ist die Kamera aber meiner Meinung nach auch der größte Schwachpunkt an dieser Drohne. Die nimmt zwar in 4k auf, die Qualität ist aber trotzdem nicht auf dem Niveau mit ner Kamera wie bei der neuen DJI Air 2s.

Das ist aber auch wenig überraschend. Der Sensor, der in der DJI FPV sitzt ist in etwa der gleiche wie der in der DJI Mini 2, also der kleinsten Drohne von DJI. Da dieser Sensor vor allem darauf getrimmt ist Gewicht zu sparen, fällt er dementsprechend klein aus. Das bedeutet oft ein etwas matschiges Bild, das vor allem bei schlechteren Lichtverhältnissen sehr schnell anfängt zu rauschen. Bei guten Lichtverhältnissen finde ich die Qualität aber trotzdem ausreichend. Gerade weil man mit der FPV ja auch sehr schnelle Bilder einfängt und einen da ein übertrieben schönes und sehr hoch aufgelöstes Bild nicht so fehlt wie bei den langsamen typischen Drohnenshots, die eben die neue DJI Air 2s einfangen kann.

Der Preis

Preislich liegt die DJI FPV über der neuen Air 2s. Das liegt vor allem daran, dass da natürlich neben der Drohne und der Fernsteuerung noch die Videobrille dabei ist, die alleine schon etwa 660 Euro kostet.

Die DJI FPV Combo, also die Drohne, die Fernsteuerung und die Brille, kosten zusammen dann 1349 Euro. Ich würde euch aber auf jeden Fall noch empfehlen da noch 2 Akkus für die Drohne dazu zu kaufen. Die halten nämlich nicht besonders lang. Offiziell beträgt die Flugzeit mit einem Akku zwar 20 Minuten, aber das schafft ihr nur, wenn ihr im langsamen normalen Flugmodus sehr langsam umherfliegt. Wenn ihr im voll manuellen Modus Saltos macht und auch mal über 100km/h fliegt, schafft ihr eher so 7-10 Minuten Flugzeit. Für eine FPV Drohne ist das immer noch ziemlich gut. Wer aber andere Drohnen von DJI gewohnt ist, wird da erstmal negativ überrascht werden.

Fazit

Wenn ich eine Sache an der DJI FPV verbessern würde, wäre es die Kamera. Aber auch so ist das die geilste Drohne, die ich jemals geflogen habe. Es macht einfach unglaublich Spaß damit umher zu fliegen und ist eben was komplett anderes als mit so einer Standard-Drohne zu hovern. Die DJI FPV ist also der perfekte Einstieg in die FPV Welt ohne große Einstiegshürden. Und nach drei Wochen Übung kriegt man auch schon ziemlich geile Aufnahmen hin. Die DJI FPV ist also definitiv ihren Preis wert! Wenn ihr die Drohne übrigens ein bisschen stabiler machen wollt, könnt ihr optional noch diese Seitenstreben dazukaufen, die die Arme nochmal etwas mehr stabilisieren, so wie ich das hier gemacht habe.

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